Manche Hundebesitzer sind echt verantwortungslose Idioten

Ja, das ist so. Manche Hundebesitzer sind echt verantwortungslose Idioten, die ihre Hunde nicht verdient haben. Völlig Verantwortungslos. Und der Grund warum andere Hunde in Verruf geraten.

Wir sind ja umgezogen. Seit dem hat unser Labrador Tonko eine neue Abendstrecke. Durch den Wald an der Siedlung vorbei und da Tonko irgendwie lieber im Kreis geht als zwei mal den gleichen Weg zurück, geht es dann durch die Siedlung zurück nach Hause. Im Wald hat er viel zu Schnuppern, in der Siedlung auch, ist also wirklich sehr abwechslungsreich. Nur wenn es regnet, dann streikt Frauchen, dann muss sich unser Labrador doch damit begnügen hin und zurück den gleichen Weg zu gehen. Aber he, dafür gibt es eigentlich eine linke und eine rechte Wegseite. Aber ein Labrador schafft es ja mit seinem Schlendrian beide Seiten zugleich zu inhalieren. Da ist ein Rückweg natürlich langweilig.

Deutsche Dogge im Hüte-Modus

Aber darum geht es eigentlich nicht. Vorgestern Abend geht es also vom Verbindungsweg für uns beide vom Wald zum Weg durch die Siedlung. Wir laufen so 30 Meter die Straße entlang und kommen an einem der Einfamilienhäuser vorbei. Da liegen zwei Hunde auf der Treppe zum Haus, Haustür ist offen. Ein kleiner Hund und ein großer Hund. Ein Tor gibt es nicht. Mir wird etwas mulmig und ich ziehe Tonko schnell weiter. Aber zu spät, wir wurden bereits entdeckt. Und der große Hund erhebt sich. Eine Dogge. Ich bin ca. 164 Zentimeter groß, als die Dogge bei uns war, merkte ich, das sie mir fast gerade in die Augen gucken kann (ok, deren Augen waren auf meiner Kinnhöhe, wenn sie den Kopf gehoben hat, beeindruckend groß). Ich meinte auch diese zu kennen, die war uns ein paar Tage vorher, da aber ordentlich mit Herrchen und angeleint begegnet und da hatte mich das Doggen-Herrchen noch gewarnt, sein Hund wäre gerade sehr komisch mit anderen Rüden.

Das die Dogge fast auch noch komplett Schwarz war, hat nicht dazu geführt, das ich mich wohler gefühlt habe. Und das die Dogge auch nicht alleine war, sondern noch ein kleiner Hund dabei war, hat ebenfalls eher zum weiteren Unwohlsein beigetragen. Weil das kommt ja oft vor, das kleine Hunde mit nem großem Hund im Rücken auf Krawall gebürstet sind und gerne provozieren.

Tonko ist sehr ruhig geblieben. Er tat so, als wenn er die riesige deutsche Dogge nicht sehen würde und pinkelte beim Nachbarn erst mal gegen den Busch. Das fand die Dogge, so genau vor der eigenen Haustür gar nicht gut und versuchte gegen zuhalten und pinkelte die ganze Straße voll. Ohne Beinchen heben. Ich versuchte die Besitzer herbei zu rufen. Eine Klingel am Tor gab es im übrigen nicht, aufs Grundstück wollte ich aber mit meinem Hund aber auch nicht laufen. Also rief ich mehrfach. Nix, gar nix. Die haben ihre Hunde mal so eben frei laufend auf dem nicht abgezäunten Grundstück und es interessiert sie nicht. Verantwortungslos hoch zehn. Da ich nicht zu viel rufen oder gar schreien wollte, wollte ja keinen Vierbeiner aufregen, versuchte ich den Rückzug.

Ich trat mit Tonko vorsichtig den Rückzug an. Bzw. versucht es. Den die Dogge zeigte auf einmal Hüteverhalten und umkreiste uns ständig so, dass wir nicht wirklich weiterkamen und drängte sich auch zwischen mich und meinen Labrador. Der fremde riesige Hund zeigte dabei kein aggressives Verhalten, das nicht wirklich, aber ich fühlte mich äußerst unwohl. Dazu muss ich sagen, als ich 21 war, war ich mal in einem Camp und musste alleine auf das Grundstück laufen, auf dem ein Schäferhund frei rumlief. Dieser zeigte genau das gleiche Verhalten wie diese Dogge nun, nur das dieser Schäferhund damals noch versucht hat, mir die Beine unterm Körper wegzuziehen. Ehrlich wahr.

Das Erlebnis von damals plus die Erinnerung daran, dass mich ja Herrchen von der Dogge erst drei oder vier Tage vor seinem eigenem Hund gewarnt hat und das Hüteverhalten inklusive Weg verstellen war nicht gut für mich und meine Nerven. Dazu war ich an dem Tag eigentlich auch nicht ganz auf der Höhe, also nicht wirklich belastbar. Aber tapfer versuchte ich weiter meinen Hund weiter zu bekommen, um von dieser Dogge und ihrem kleinen Freund wegzukommen. Aber die Dogge hatte inzwischen einen Narren an uns gefunden. Und folgte uns auf Schritt und Tritt und versuchte weiterhin uns am Wegkommen zu hindern.

Und stellte sich immer wieder sehr nah zu mir, hob den Kopf blickte mich an (schöne Augen haben sie ja) und sabberte mich richtig schön voll. Ich mein, unser Labrador sabbert ja schon sehr, aber eben unterhalb der Kniehöhe. Ein sabbernder Hund, der das ab Schulterhöhe macht ist dann doch noch ein Extraerlebnis.

Für die nächsten 20 Meter habe ich so zehn Minuten gebraucht. Dann zückte ich mein Handy. Erst habe ich mir überlegt die Polizei anzurufen, da die Polizeiwache aber am anderen Ende der Stadt ist und es ja eigentlich nur eine Dogge war, die mich nur am Weggehen hindern wollte, rief ich doch meinen Mann an, das er käme und uns abholen sollte.

Derweil tastete ich mich mit unserem Labrador weiter. Kam an einem Haus vorbei, eine Frau arbeitete im Garten und fragte ganz empört, warum ich den riesigen Hund nicht an der Leine hätte. Ich, inzwischen durchgeschwitzt, versicherte, das dies nicht mein Hund wäre, sondern das dieser Hund mich verfolgen würde zusammen mit dem Kleinen, der gerade auf dem Nachbargrundstück von ihr unterwegs sei. Sie überlegte, erkannte die Dogge und lief los, das Herrchen auftreiben. Wir tasteten uns weiter. Zwei Männer auf der anderen Straßenseite erkannten dann auch, das was nicht stimmt und erkannten die Dogge wieder und nahmen mir diese zum Glück ab. In dem Moment tauchte auch mein Mann auf und ich konnte Tonko sicher im Auto verwahren (den hatte ich zwischenzeitlich sogar abgeleint, was an einer Straße sonst nicht meine Art ist).

Dann fuhren wir zu dem Haus, wo die anderen beiden Männer inzwischen die Dogge dem Besitzer übergeben haben.

Kein Unrechtsbewusstsein. Man habe halt vergessen die Tür zuzumachen. Als ich ihn fragte, ob er sich erinnern könne, dass ER mich ja erst vor drei Tagen vor seinem Hund gewarnt habe, lachte er nur albern. Und lachte weiter als ich erklärte, dass ich das gerade gar nicht lustig gefunden hätte. Was für ein albernes rücksichtsloses Herrchen! Mit seinem Hund habe ich mich dann noch schnell vertragen, die Dogge war ja eigentlich wirklich ganz niedlich und kann ja nichts für ihr Herrchen. Aber das Herrchen hat wohl eindeutig den Schuss nicht gehört! Was wäre denn gewesen, wenn ich meine Nachbarin gewesen wäre, die ist über 60, geht mit ihrem Hund auch in der Ecke spazieren, hätte sich vielleicht erschreckt, wäre hingefallen, Hüfte gebrochen. Hätte der feine Hundebesitzer wohl auch nur gelacht.

So etwas verantwortungsloses habe ich selten erlebt. Und dann noch gepaart mit null Unrechtsbewusstsein! Richtig entschuldigt hat sich der Arsch auch nicht.

Nicht falsch verstehen. Die Dogge war an sich harmlos. Aber er hat mich ja selbst vor diesem Hund gewarnt. Warum weiß ich nicht, außer, dass deutsche Doggen ein wirklich ausgeprägtes Hütebewußtsein haben, war eigentlich nichts schlimmes daran (ok, das sabbern, aber ich kann ja schwimmen).

Nette Gegend hier. Insgesamt ist unser Labrador nun schon einmal gebissen worden, einmal von einer Dogge fast gestellt und einmal von einem Fahrradfahrer angefahren worden. Und das in knapp drei Monaten.

Aber die Dogge war schon niedlich. Wenn die nicht nur acht Jahre oder so alt werden würden, könnte ich mir ja so einen Hund auch vorstellen. Brüchten wir aber doch ein größeres Wohnzimmer 🙂

Jetzt aber weiter im Text. Die Dogge lag also so da, unbeaufsichtigt. Mal abgesehen davon, dass sie wohl dachte Herde zusammenhalten zu wollen, hätte ja auch sonst was passieren können und damit meine ich nicht meinen Beinahe-Herzinfarkt. Sondern ich hätte ja mit ihr im Schlepptau bis nach Hause kommen können (dafür hätte ich dann aber gute zwei Stunden gebraucht) und dann hätte der Hund alleine zurücklaufen müssen. Oder hätte vielleicht, ich wohne nicht so abgelegen wie die Dogge auf der anderen Straßenseite ein neues Schaf entdeckt, dass es zu hüten gegolten hätte. Und wäre über die Straße gelaufen und überfahren worden? Oder schon auf dem Weg dahin oder wenn nicht sie, dann der kleine Hund, der mehrfach unkontrolliert die Straßenseite gewechselt hat.

Ich bin auf jeden Fall froh, dass Tonko so ruhig geblieben ist, obwohl ich sehr aufgeregt war. Er hat noch nicht mal die Haare gestellt. Aber das ist typisch unser Labrador. Bei Rüden, die in etwa so groß sind wie er, kann er durchaus mal einen auf mal gucken wer toller ist machen (so wie das Rüden halt mal so tun). Bei einem Hund, der etwa doppelt so hoch ist wie er, versucht er es doch tatsächlich mit ignorieren. Er hat eigentlich die gesamte Zeit so getan, als wenn dieses riesige Tier nicht da wäre. Keine Haare gestellt, nicht versucht zu schnüffeln, nicht gebellt, nix. …

Am liebsten würde ich dem Arsch vom Besitzer noch mal richtig die Meinung geigen, vor allem wegen dem albernem Lachen!

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