Der Labrador

Als vor einigen Jahren mein Jerry starb wollte mein Süßer nach einer kurzen Schonfrist unbedingt wieder einen zweiten Hund im Haus haben. Mit unserer alten und betagten Cora wäre es einfach etwas langweilig. Und irgendwie hatte sich mein Guter in den Kopf gesetzt, dass er den Neuen aussuchen dürfte. Und festgelegt hatte er sich auf Labrador als Rasse.
Ich war nicht gerade begeistert. Erstens war ich noch sehr traurig wegen meinem Jerry und zweitens hatte ich Vorurteile gegen Labrador Retriever. Und das ohne die Rasse zu kennen. Ich dachte, die wären genauso wie Golden Retriever und von der Sorte kannte ich bislang genau einen Hund und den fand ich damals äußerst nervig. Inzwischen weiß ich aber, der arme Kerl von damals konnte nichts dafür. Der war einfach nicht ausgelastet gewesen, da seine Familie der Meinung war Futter hinstellen, Bellen lassen, ab und an ein paar Kuscheleinheiten. Das reicht. Besser als die Alternative war es auf jedenfall, denn eigentlich war es auch kein Golden Retriever sondern ein Vertreter einer ganz typischen spanischen Hunderasse, der Perro Basura. Den haben die nämlich aus dem Müll gerettet. Und dafür, dass er ansonsten gestorben wäre, lebte er doch sehr gut.
Aber dank Internet habe ich mich trotz meiner Vorbehalte damals über Labradore schlau gemacht. Allerdings war ich danach noch weniger begeistert, denn gerade bei Youtube bekommt man sehr viele Videos zu sehen mit Labis die, wollen wir es mal nett formulieren, sich von ihrer äußerst spaßigen Seite zeigen. Aber klar, wer nimmt schon ein Video auf, von des Labis drittliebster Beschäftigung? Dem Schlafen?
Was ich ansonsten über den Labrador gelesen hatte, war ja auch rundweg positiv. Ok, als Wachhunde seien sie nicht zu gebrauchen, aber wir wohnen ja auch mitten im Dorf, nicht auf einer einsamen Finca. Ansonsten lieb, pflegeleicht, gut erziehbar …
Wer sich selbst überlegt, sich einen Labrador anzuschaffen, sollte sich vorab aber dennoch gut informieren. Auch wenn diese Hunderasse wirklich Anfänger geeignet ist, ganz ohne ist sie nicht. Da die Labis zu den großen Hunden zählen, darf man monatelang ein immer schwerer werdenden Welpen Treppen hochschleppen. Wer berufstätig ist, sollte sich das ganze eh dreimal überlegen, den Labradore brauchen ihre Menschen um sich. Und da Labis durchaus auch die eine oder andere Erbkrankheit haben können bzw. zu Hüftproblemen neigen, können die Tierarztrechnungen nette Löcher in die Haushaltskasse reißen. Nur um mal ein paar Beispiele zu nennen.

Aber jeder Hund kostet Zeit und Geld (und im Welpenalter durchaus auch ein paar Nerven).
Wer mehr Infos haben möchte, wird auf der Seite der-labrador.com fündig. Mit vielen Bildern, vielen Infos und Tipps rund um diese wunderbare Hunderasse.
Wir hatten mit unserem Tonko auch richtig Glück. Inzwischen wissen wir, dass es zwei verschiedene Arten von Labrador Retrievern gibt und vor allem wissen wir, wie die sich von einander unterscheiden. Unser Tonko gehört eindeutig zur Showline. Zeitlich ändert das zwar nicht ganz so viel an Beschäftigung und Ausgang, aber die Showline ist doch nicht ganz so lebhaft wie die Arbeitslinie und damit doch für Menschen, die wie wir beim Spazierengehen zwar gerne länger unterwegs sind aber auch selbst ein wenig entspannen möchten, etwas besser geeignet.

Unser Labrador
Unser Labrador wittert etwas – hinter dem Strand ist gerade ein anderer Labi aufgetaucht.

Tsja, hier habe ich Tonko gerade noch zurück halten können. Und so ist ihm ein anderer Labrador entgangen. Aber dessen Herrchen war etwas panisch und ist leider mit seinem sofort geflüchtet als er uns gesehen hat. Schade eigentlich, manche Hundebesitzer packen ihre Hunde echt in dicke Watte.

Labrador am Meer

Wenn es nicht zu windig und wellig ist oder wenig Wind und Ebbe spielen wir mit unserem Labi Tonko am liebsten direkt am Meer. Wobei er im Meer spielen noch besser findet. Aber auch bei Ebbe kann Tonko herrlich über Steine und Pfützen jagen und den Ball suchen.

Tonko spielen am Meer
Mit Ball und Frauchen zum Werfen am Meer.

Und manchmal kommen auch ein paar von Tonkos zahlreichen Freunden vorbei und dann wird gemeinsam Ball gejagt. Wobei der Braune Labrador-Mischling hatte nach ein paar Minuten keine Lust mehr und hat versucht Vögel zu fangen. Allerdings erfolglos.
Drei Hunde am Strand
Unser Labrador Tonko und zwei seiner Hunde Kumpels.

Die beiden Racker wohnen direkt neben an.

Labrador Tonko der Wasserfreund

Unser Wasserfreund Tonko – manchmal ist er nicht zu halten, wenn er Wasser sieht. Am Meeresschwimmbecken von Castillo del Romeral muss man dann immer etwas aufpassen, denn da haben Hunde eigentlich nichts drin verloren. Aber irgendwie steht da am Rand ein riesiges Verbotsschild, das keinen störrt. Angeln ist zum Beispiel dort auch verboten, interessiert die wenigsten Angler.
Aber wenn da am Schwimmbecken Leute sind, pfeifen wir Tonko auch zurück. Und normalerweise sind wir auch am hinteren Stand, da sind Hunde erlaubt. Aber auf dem Rückweg ist uns da Tonko entwischt und zielstrebig ab ins Wasser verschwunden. Und damit hat er alle rastenden Vögel aufgescheucht.
Ok, nicht alle, da am Rand vom Becken (es ist übrigens Ebbe, bei Flut sieht man den Begrenzungsstreifen nicht) sitzen noch ein paar.